Freitag, 06 Juli 2018 11:32

WWF will Kärntner Fischotter-Verordnung kippen

In Niederösterreich ist ein Bescheid, der die Tötung von Fischottern erlaubt, vorläufig aufgehoben worden. Der WWF will auch die Kärntner Fischotter-Verordnung kippen. Beim Land sieht man dafür wenig Chancen.Die Umweltorganisationen WWF und Ökobüro legten in Niederösterreich Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht gegen den Fischotterbescheid ein. In dem Bescheid geht es um die Tötung von 40 Tieren. Die Landesregierung muss den Bescheid neu ausstellen, die Umweltorganisationen sprechen dennoch von einem „Etappensieg“.

Auch in Kärnten darf der geschützte Fischotter seit April teils „entnommen“ werden. Die neue Fischotterverordnung des Landes sieht vor, dass pro Jahr 43 Tiere gefangen und erlegt werden dürfen. Hintergrund sind heftige Proteste von Fischereiberechtigten. Der WWF will nach der Verordnung auch in Kärnten Beschwerde einlegen. Man sei bemüht, in Kärnten rasch zu handeln, derzeit würden die rechtlichen Schritte geprüft, sagte Christina Wolf-Petre vom WWF.

WWF: Fischotter weiter schützenswert

Zumal der Fischotterbestand in Kärnten zuletzt 2013 im Rahmen der österreichischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als unzureichend eingestuft worden sei, das betreffe vor allem alpine Regionen, so die WWF-Experting: „Die Voraussetzung für die Aufhebung des Schutzstatus war in Kärnten also gar nicht gegeben.“ Der Fischotter sei also in Kärnten noch schützenswert.Generell spricht sich der WWF für präventive Maßnahmen und nachhaltige Lösungen aus, etwa spezielle, eingezäunte Teiche für die Otter. 60 Prozent der Fließgewässer in Österreich seien sanierungsbedürftig, das schade dem Fischbestand weit mehr. „Der Fischotter ist nicht für die fehlenden Fische in den Flüssen verantwortlich.“ In Kärnten wurden nach der Landesverordnung bislang keine Fischotter entnommen oder getötet. Über ein parallel laufendes EU-Projekt wurden zwei Fischotter gefangen, zwei davon wurden getötet – mehr dazu in EU-Projekt: Bisher vier Fischotter gefangen.
In Kärnten sieht man einer Beschwerde gelassen entgegen. Die Handhabung der Fischotterentnahme sei in Niederösterreich und Kärnten anders geregelt ist, so Jagd- und Fischereireferent Martin Gruber (ÖVP). In Niederösterreich sei ein Bescheid erlassen worden, in Kärnten gebe es eine Verordnung: „Eine Verordnung hat fast den Rang eines Gesetzes, vor Beschluss muss es ein Begutachtungsverfahren geben, dabei konnte auch der WWF eine Stellungnahme abgeben.“
„Dramatische Schäden beim Fischbestand“Grundlage für die Verordnung sei ein Gutachten der Uni Graz, demnach sei der Otterbestand „haltungsfähig“. Auf der anderen Seite gebe es in Kärnten durch die Fischotter „dramatische Schäden“ beim Fischbestand. Gruber glaubt deswegen, dass die Verordnung hält. Man habe sich in Kärnten außerdem für die schonende Entnahme durch Lebendfallen entschlossen. Zudem gebe es ein begleitendes Monitoringprojekt und auch der Otterbestand werde laufend überprüft. Noch gibt es also keine Entscheidung über die Kärntner Verordnung, ob sie hält, werden die nächsten Wochen zeigen.

 Bericht: ORF Kärnten

Foto: C ORF Kärnten