Samstag, 03 Februar 2018 07:23

Ein günstiger Erhaltungszustand des Fischotters in Kärnten ist wissenschaftlich belegt

Fischotter werden für die Verkleinerung der Fischbestände in einigen Kärntner Flüssen verantwortlich gemacht.

Knapp ein Jahr lang analysierte Zoologe Stephen Weiss von der Universität Graz die Zahl der Fischotter in Kärnten anhand von Kotproben, die von den Aufsichtsfischern dankenswert und unentgeltlich gesammelt wurden. Das Ergebnis der Studie stellte er am Freitag dem 02.02.2018 den Aufsichtsfischern in Ebenthal vor.
„Wir schätzen, dass es rund 360 Fischotter in den Fließgewässern in Kärnten gibt. Diese Zahl beinhaltet sowohl Jung- als auch Alttiere. 285 davon sind Alttiere“, so Weiss. Fischotter sollen hauptverantwortlich dafür sein, dass der Fischbestand in der Gurk um 80 Prozent und in der Lieser um 90 Prozent zurückgegangen ist. Laut Weiss nahm die Fischotter-Population in Kärnten seit 2009 jährlich um rund 19 Prozent zu. Das sei ein günstiger Erhaltungszustand für Kärnten, so der Zoologe. Dieser ist laut EU-Recht Grundvoraussetzung, um die an sich streng geschützten Fischotter entnehmen zu dürfen.

Die notwendige Ausnahmeregelung für die "Entnahme" kündigte Landesrat Darmann an. Diese Verordnung soll nun in Begutachtung gehen und von der Landesregierung noch vor der Landtagswahl beschlossen werden.

Bei einem positiven Bescheid zur Bewirtschaftung des Fischotters, hat Landesjägermeister F. Gorton die volle Unterstützung der Jägerschaft, wie bereits schon bei den Kormoranen und bei den Reihern zugesagt.

„Es werden sicher einige Prozentsätze sein, die entnommen werden können, es wird aber auch Schutzgebiete geben, wo nichts entommen werden kann“, so Landes-Gewässerökologe Thomas Friedl. Ein solches Schutzgebiet sei die Drau, die als Ausbreitungsroute des Fischotters nach Westen gilt.

Foto: c ORF

Bericht: Franz Grünkranz